Mehr Druck an der Anwendung, weniger Druck im Netz

Mehr Druck an der Anwendung, weniger Druck im Netz
17. August 2026

Mehr Druck an der Anwendung, weniger Druck im Netz

In vielen Druckluftanlagen wird der Netzdruck nach dem anspruchsvollsten Verbraucher eingestellt. Braucht eine einzelne Station mehr Druck, wird häufig gleich die gesamte Anlage höher gefahren. Die Maschine läuft, der Prozess bleibt stabil – auf den ersten Blick ist das Problem gelöst.

 

Wirtschaftlich sinnvoll ist diese Lösung aber nicht immer.

Auf einen Blick

  • 1 bar weniger Netzdruck kann bis zu 11 % Energie sparen
  • Der Druckverstärker – VBA erhöht den Druck lokal um das bis zu 4-Fache
  • Rein pneumatisch, keine elektrische Installation nötig
  • Energieoptimierte Variante VBAE spart zusätzlich bis zu 40 % Luft

Ein Verbraucher entscheidet, die ganze Anlage zahlt mit

Ein höherer Netzdruck betrifft nie nur die eine Station, die tatsächlich mehr Druck benötigt. Er wirkt auf das gesamte Druckluftsystem: Kompressor, Aufbereitung, Leitungen, Ventile und Verbraucher arbeiten plötzlich alle auf einem höheren Druckniveau – auch dort, wo dieser Druck gar nicht gebraucht wird. Genau hier entstehen Kosten, die im Alltag schnell untergehen. Je nach Anlage kann bereits 1 bar weniger Netzdruck bis zu 11 Prozent Energie einsparen. Deshalb lohnt sich eine einfache, aber wirkungsvolle Frage: Braucht wirklich das ganze Netz mehr Druck oder nur eine einzelne Anwendung?

 

Infografik zeigt, wie 1 bar weniger Netzdruck den Energieverbrauch einer Druckluftanlage reduzieren kann.Infografik zeigt, wie 1 bar weniger Netzdruck den Energieverbrauch einer Druckluftanlage reduzieren kann.

Braucht wirklich das ganze Netz mehr Druck?
Prematic prüft, ob eine lokale Druckerhöhung mit dem Druckverstärker – VBA technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. 

Lokal verstärken statt global aufrüsten

Genau an dieser Stelle setzt der SMC VBA Druckverstärker an. Er erhöht den Druck direkt am Verbraucher, dort wo er technisch tatsächlich notwendig ist je nach Modell um das bis zu 4-Fache. Das übrige Druckluftnetz kann währenddessen auf einem tieferen, wirtschaftlicheren Niveau weiterlaufen.

 

Typische Einsatzfelder sind Spann-, Press-, Präge- oder Handlingprozesse, bei denen ein Zylinder mit begrenztem Platzangebot dennoch eine höhere Ausfahrkraft benötigt. Aus der Praxis kennen wir zudem Anwendungen mit punktuell höherem Druckbedarf, etwa bei Prüf- oder Blasprozessen. Statt die komplette Druckluftversorgung auf diesen höchsten Einzelbedarf auszulegen, wird gezielt nur die betreffende Station versorgt.

Infografik zeigt, wie ein höherer Netzdruck Energieverbrauch, Leckageverluste, Komponentenbelastung und Betriebskosten erhöhtInfografik zeigt, wie ein höherer Netzdruck Energieverbrauch, Leckageverluste, Komponentenbelastung und Betriebskosten erhöht

Rein pneumatisch, einfach zu integrieren

Ein wesentlicher Vorteil: Der VBA arbeitet rein pneumatisch. Der Hersteller beschreibt ihn entsprechend als Druckverstärker für den Betrieb mit Druckluft, ohne elektrische Versorgung und mit einfacher Installation ins bestehende Druckluftnetz. Konkret heisst das:

  • Keine elektrische Installation nötig
    der Druckverstärker – VBA lässt sich ohne zusätzliche Verkabelung ins bestehende Netz integrieren
  • Kombinierbar mit Drucklufttank
    die Serie VBAT ist auf den Druckverstärker abgestimmt, direkt montierbar oder separat einsetzbar
  • Sinnvoll bei Druckschwankungen
    ein Tank gleicht kurzfristig höheren Luftbedarf aus

Wer noch mehr sparen will: die energiesparende Variante VBAE

Neben der klassischen VBA-Serie gibt es mit der Serie VBAE eine energieoptimierte Weiterentwicklung. Der Unterschied liegt im Innenleben: Statt zwei Kolben arbeiten hier drei Kolben zusammen, sodass ein Teil der bereits genutzten Abluft direkt für den nächsten Arbeitshub wiederverwendet wird. Für Betreiber, die ohnehin über den Einsatz eines Druckverstärkers nachdenken, lohnt sich damit auch der Blick auf diese Variante – gerade wenn Energieverbrauch und Betriebsgeräusch zusätzlich eine Rolle spielen.

 

Die richtige Auslegung entscheidet

Ein Druckverstärker spart aber nicht automatisch in jeder Anwendung Energie. Er verbraucht selbst Druckluft und muss zu Eingangsdruck, gewünschtem Ausgangsdruck, Luftbedarf und Taktung passen. Entscheidend ist deshalb nicht der gewünschte Druck allein, sondern die konkrete Anwendung dahinter. Richtig eingesetzt, verhindert der VBA, dass eine einzelne Station den Betriebsdruck der gesamten Anlage bestimmt. Der höhere Druck entsteht lokal, das Netz muss nicht mehr pauschal mit Sicherheitsreserve laufen.

 

Ein konkreter Ansatz für mehr Effizienz

Für Betreiber ergibt sich daraus ein klarer Effizienzhebel: Druck nicht überall erhöhen, sondern gezielt dort bereitstellen, wo er gebraucht wird. Das senkt Energiekosten, reduziert die Belastung einzelner Komponenten und macht die gesamte Druckluftversorgung wirtschaftlicher.

 

Sie haben eine Anwendung mit höherem Druckbedarf oder benötigen punktuell mehr Volumenstrom? Prematic prüft, ob eine lokale Druckerhöhung mit dem Druckverstärker oder eine gezielte Durchflusserhöhung mit einem Volumenverstärker der Serie ZH für Ihre Anlage sinnvoll ist. Sie haben die Anwendung, wir die Lösung.


Quellen und Hinweis

Die technischen Angaben zum SMC VBA, VBAT und VBAE basieren auf den SMC Produktunterlagen zu den Serien VBA / VBAT und VBAE. Angaben zu Druckerhöhung, Einbau, Drucklufttank, Luftverbrauch und Betrieb sind abhängig von Baugrösse, Ausführung und Einsatzbedingungen.

 

Die Aussage zur möglichen Energieeinsparung bei reduziertem Netzdruck basiert auf Prematic Erfahrungswerten aus der Druckluftberatung. Die tatsächliche Einsparung hängt von Anlage, Laufzeit, Verbraucherstruktur, Leckagen und Betriebsdruck ab.